Outdoor Fitness in der kälteren Jahreszeit

Der Outdoor Fitnesssport scheint besonders in warmen Jahreszeiten die Menschen auf spezielle Weise zu faszinieren. Die Sonne scheint, es ist angenehm warm. Der Sport lässt sich mit einfacher Bekleidung ausführen. Sobald die Temperaturen allerdings fallen, sieht man immer weniger Menschen auf Trimm dich Pfaden, Bewegungsparcours und ähnlichen Outdoor Einrichtungen. Besonders zu beobachten ist dieser Umstand gegen Ende September, Anfang Oktober. Zu diesen Zeiten kommen die ersten, wirklich kalten Tage, an denen die Mehrheit der Menschen entscheidet, die Sportschuhe vorerst am Nagel hängen zu lassen und wieder auf wärmere Tage zu warten.

Aber wie kommt das? Dieser Umstand basiert zu einem Großteil auf einer Vielzahl verschiedener Unwahrheiten, die im Folgenden ad acta gelegt werden sollen.

Der wohl bekannteste Irrtum für das Trainieren im Freien in den kälteren Monaten des Jahres hält sich überaus hartnäckig. Outdoor Sport im Winter macht krank. Ist das wirklich so?

Das Gegenteil ist der Fall. Die Tatsache der kalten Umgebung kommt dem Körper in vielerlei Hinsicht durchaus zugute. Besonders das Immunsystem profitiert durch ein Training im Freien, da es auf einen hohen Temperaturunterschied reagieren und sich dementsprechend anpassen muss. Es werden also nicht nur motorische Fähigkeiten und der Körper als solches während des Outdoor Sports trainiert, sondern auch die körpereigene Resistenz gegenüber jeglichen Arten von Erkältungsviren und Ähnlichem wird gesteigert.

Durch die bereits angesprochene Anpassungsphase des Körpers an den Temperaturunterschied wird unter anderem auch der Stoffwechsel angekurbelt.

Der Körper versucht durchgängig, Wärme und Kälte zu regulieren, was zu einem zusätzlich hohen Energieverbrauch führt und somit additiv die Fettverbrennung begünstigt. Diese Tatsache gilt allerdings nur bis zu einem gewissen Punkt, da der Temperaturausgleich durchaus kräftezehrend ist. Es gilt also im Allgemeinen, nicht bis zur absoluten Erschöpfung zu trainieren, sondern es moderat angehen zu lassen, um dem Körper die Möglichkeit zur Adaption an die neuen Trainingsumstände zu geben.

Ein weiterer Irrtum in Bezug auf das Outdoor Training besagt, dass das Sporttreiben in kalten Jahreszeiten negative Auswirkungen auf das Gemüt habe aufgrund der schnell einsetzenden Dunkelheit zum besagten Zeitraum. Tatsächlich jedoch ist dies lediglich eine der bekanntesten Ausreden, um dem Thema Sport zu entgehen. Vielmehr wirkt sich der Outdoor Sport positiv auf den körpereigenen Hormonhaushalt aus.

Während des Trainings werden die Hormone Serotonin und Endorphin freigesetzt, was den glücklichen und zufriedenen Zustand umgehend nach dem Training begründet. Man fühlt sich ausgewogen und entspannt. Darüber hinaus wirkt das Trainieren im Freien zu kälteren Jahreszeiten besonders in den Morgenstunden überaus anregend.

Durch die kalten Temperaturen und die damit einhergehende kühle Luft wechselt man schnell in einen aufgeweckten und agilen Zustand. Die Folge ist eine Steigerung der Leistungsfähigkeit im Alltag bei regelmäßiger Ausführung.

Ein sich ebenfalls haltender Irrglaube liegt in der Flüssigkeitszufuhr während der sportlichen Aktivität. Man bräuchte zu Zeiten kälterer Temperaturen nicht so viel Flüssigkeit, da der Körper nicht im gleichen Maße schwitze wie zu wärmeren Zeiten des Jahres. Hierbei handelt es sich schlicht und ergreifend um eine Unwahrheit, resultierend aus dem Rückschluss der These, der menschliche Körper benötige im Sommer deutlich mehr Flüssigkeit, was zweifelsohne korrekt ist. Da der Körper allerdings über das ganze Jahr hinweg einen relativ konstant hohen Verbrauch an Wasser besitzt, muss auch in kälteren Zeiten ausreichend Flüssigkeit aufgenommen werden, um stets hydriert zu bleiben.

Oftmals fällt es dem Trainierenden nicht sofort auf, da sich die Schweißproduktion in den frostigen Monaten während des Trainings nicht im gleichen Maße äußert wie zu wärmeren Perioden des Jahres. Der Grundumsatz am Flüssigkeitsbedarf bleibt jedoch stets gleich bei sportlicher Aktivität, unabhängig von der jeweiligen Jahreszeit.

Zu guter Letzt geht es sich um die Unwahrheit der Auswahl der Bekleidung. Es heißt, man solle sich unbedingt extrem warm anziehen, um Körperwärme zu halten bzw. um schlicht nicht auszukühlen. Doch das ist so nicht ganz korrekt. Zweifelsohne ist die Wahl der Kleidungsstücke ein imminent wichtiger Teil der Vorbereitung auf den Outdoor Sport (im weiteren Verlauf detaillierter erklärt), dennoch sollte man es nicht übertreiben und den Fakt außer Acht lassen, dass der Körper bei sportlicher Aktivität eine gewisse Wärme produziert, die er an die Umgebung abgeben muss. Kann er dies nicht, besteht die Gefahr der Überhitzung. Salopp ausgedrückt, der Körper läuft heiß.

Worauf genau sollte ich beim Outdoor Sport in kälteren Jahreszeiten achten?

Hierbei gilt es, auf eine Vielzahl von Dingen zu achten, die einen großen Anteil an Ihrem Erfolg ausmachen werden. Zum Großteil ist dies die Auswahl der richtigen Bekleidung. Durch frostige Temperaturen sind Sie mehr oder minder gezwungen, ein besonderes Augenmerk auf Ihren Kleidungsstil zu richten, um mögliche Konsequenzen wie Unterkühlung oder auch Überhitzung zu vermeiden.

Im Allgemeinen empfiehlt es sich, insgesamt drei Schichten zu tragen. Die erste Schicht bildet Ihre Unterwäsche. Greifen Sie hierbei auf atmungsaktive Stücke zurück, unter denen sich keine große Hitze stauen kann. Die zweite Schicht sollte aus einer gefütterten Thermoleggins und einem atmungsaktiven Funktionsshirt bestehen. Für den Fall, dass Ihnen die Leggins nicht ausreichend erscheint, können Sie gerne eine passende Überziehhose anziehen, um auch Ihren Beinbereich warm zu halten. Die dritte und letzte Schicht bildet eine Windstopper-Jacke in leichter Manier. Diese ist dafür zuständig, ankommende Böen abzuhalten und Ihren Brustkorb nachhaltig vor Unterkühlung zu schützen, sofern es zu wirklich kalten Temperaturen bzw. Minusgraden kommt.

Weiterführend empfiehlt es sich, Schuhe mit mittlerem bis gutem Profil einzusetzen mit gleichzeitig relativ flacher Sohle, um dem sogenannten Barfußlauf am nächsten zu kommen, da sich dieser positiv auf Ihre Sporteinheit auswirken wird. Des Weiteren sollten Sie darauf achten, Ihren Kopf zu schützen. Eine waschbare Mütze oder ein Stirnband eignen sich hierbei gut.

Vermeiden Sie Woll- oder andere Mützen aus hygroskopisch wirkendem Material. Aufgrund der Tatsache, dass über den Kopf sehr viel Wärme und dementsprechend auch Feuchtigkeit abgegeben wird, staut sich die Hitze unter beispielsweise einer Wollmütze. Die bereits angesprochene Gefahr der Überhitzung droht.

Ebenfalls zu empfehlen sind dünne Handschuhe, um auch Ihre Hände vor der Kälte zu schützen.

Ein weithin unterschätzter Punkt in Sachen Bekleidung beim Outdoor Sport, besonders in kalten und dementsprechend dunklen Jahreszeiten sind Lichtreflektoren. Diese bilden in Sachen eigene Sicherheit ein absolutes Muss und sollten unter keinen Umständen vernachlässigt werden! Heranfahrende Auto- oder Fahrradfahrer können Sie im schummrigen Licht der dunklen Jahreszeiten nicht immer sehen. Ob Sie eine Leuchtweste überstreifen oder Leuchtbänder um Arm- und Fußgelenke tragen, sei Ihnen überlassen.

Sollten Sie Probleme bei der Auswahl Ihrer Sportbekleidung haben, besuchen Sie gerne ein Sportbekleidungsgeschäft. Die dortigen Mitarbeiter werden Sie in Sachen Outdoor Sport passend einkleiden und Sie mit allem ausstatten, was benötigt wird.

Besonders für Personen mit empfindlicher Haut empfiehlt es sich vor dem Sportreiben im Freien eine fetthaltige bzw. feuchtigkeitsspendene Creme im Gesicht und besonders auf den Lippen aufzutragen. Diese schützt vor der Kälte und wirkt präventiv gegenüber kleinen Hautrissen und Ähnlichem.

Sofern Sie sich nun vorbereitet und alle bereits angesprochenen Punkte beherzigt haben, folgt das sogenannte Warm-Up. Es empfiehlt sich, dieses nach Möglichkeit noch im Warmen, also innerhalb Ihres Hauses oder der Wohnung zu absolvieren, da der Körper bei frostigem Klima einige Zeit benötigt, um auf „Betriebstemperatur“ zu kommen. Im Außenbereich können beispielsweise Cardio-Geräte wie der Norwell Air Walker oder Norwell Hip verwendet werden.

Im Übrigen sollten Sie während der gesamten sportlichen Aktivität, sei es auf einem Trimm dich Pfad mit Outdoor Sportgeräten, in einem Generationenpark oder einem Bewegungsparcours auf eine nasale Atmung achten. Grundlegend empfiehlt es sich bei kalten Temperaturgraden die Luft zunächst durch die Nase einzuatmen, um sie anzuwärmen. Dadurch ist die Lunge in der Lage, das Sauerstoffgemisch einfacher aufzunehmen.

Abschließend lässt sich sagen, dass der Outdoor Sport fast ganzjährig ausführbar ist. Allerdings sollten Sie bei Temperaturen von -10° Celsius oder noch kälter Ihre sportliche Aktivität auf einen Spaziergang beschränken, um Ihren Körper nicht vollends zu erschöpfen.

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